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Kaminofen Ratgeber

Ratgeber für Kaminöfen

Inhalt:

Brennraum-Geometrie

:: Informationen über die Brennraum-Geometrie

Um optimale Brennergebnisse zu erzielen, muss die Sekundärluft richtig dosiert und dort zugeführt werden, wo eine hohe Umgebungstemperatur (> 500°C) vorhanden ist.
Nur dann ist eine einwandfreie Reaktion des Sauerstoffs mit dem noch nicht nachverbrannten Rauchgasen möglich (Oxidation).
Die Brennräume sind daher häufig mit Wehalite- oder Skamolplatten ausgekleidet, welche den Brennraum so isolieren, dass beinahe den ganzen Brennvorgang über die notwendigen Temperaturen erreicht werden.
Beide Werkstoffe bestehen aus hochdruckgepressten Verniculite (einem glimmerartigen Naturprodukt).
Schamottplatten müssten fast dreimal so dick ausgelegt werden, um den selben Effekt zu erzielen.
Durch die hohen Temperaturen entstehen auf den Oberflächen der Schutzplatten so gut wie keine Rußablagerungen.
Geringe Ablagerungen brennen sich selbst wieder frei.
Eine mechanische Reinigung ist nicht erforderlich und sollte sogar vermieden werden, da sonst Beschädigungen an der Oberfläche entstehen könnten.
Beim Beschicken mit Brennstoff (Holzscheiten) ist darauf zu achten, dass die Holzscheite nicht zu fest gegen die Platten gelegt werden.

Schamotte gebrochen?

:: Was tun, wenn die Schamotte gebrochen ist? In der Schamottierung von Öfen und Kaminen bilden sich oft Risse. Dies ist normal, wenn man bedenkt, dass an den Schamottsteinen Temperaturen von über 600°C entstehen können.
Die hohen Temperaturen sorgen für optimale Nachverbrennung der Abgase und verhindern Kondensation und Teerbildung im Brennraum. Kritisch wird es erst, wenn sich Teile der Schamottierung herauslösen und in den Ofen fallen. Dies könnte zu Schäden am Mantel der Feuerstätte oder (bei einem Kaminofen / Kamin) zu übermäßiger Erwärmung der Gebäuderückwand kommen.

Holzverbrennung?

:: Was man über die Holzverbrennung wissen sollte
  • Holz verbrennt zu 80% als Gas, demnach ist Holz eigentlich ein "gasförmiger" Brennstoff.
  • Chemisch betrachtet, ist die Holzverbrennung ein radikaler Vorgang, der eigentlich nur schwer zu steuern ist. Bei der Verbrennung unterscheidet man Primär- und Sekundärluft.
  • Primärluft wird unmittelbar dem Verbrennungsort zugeführt.
  • Aber 80% des Holzes verbrennen oberhalb des Verbrennungsortes - die dort zugeführte Luft ist die Sekundärluft.
  • Holz verbrennt in 3 Phasen:
    • 1. Trocknungsphase
    • 2. Entgasungsphase
    • 3. Oxidationsphase
  • Holz, das 2 Jahre getrocknet wurde, hat den doppelten Heizwert im Vergleich zu frisch geschlagenem Holz aus dem Wald.

Holz ''brennt'' nicht?

:: Was tun, wenn das Holz nicht gänzlich verbrennt?

Wenn das Brennholz nicht gänzlich trocken in das Feuer gelegt wird, verbrennt nur ein Teil, welcher direkt im Glutbett des vorhandenen Feuers gelegen hat. Der Rest erlischt, sobald die zusätzliche Wärmequelle versiegt (siehe auch: Holzlagerung).

Eine weitere Ursache kann entweder die Konstruktion der Feuerstätte oder eine Fehlbedienung sein. Holz sollte bei der Verbrennung möglichst keine Luft von unten (über den Rost) bekommen. Die Holzstücke werden, sobald sie direkt über dem Rost liegen, regelrecht weggebrannt. Die Enden bleiben nachher unverbrannt liegen. Optimal ist die Verbrennung in einem Glutbett (wie bei einem Lagerfeuer).
Die Verbrennungsluft kommt von oben und von den Seiten.

Zum Anheizen muss man üblicherweise Luft von unten zugeben (Primärluft), damit das Holz anbrennt. Danach sollte man möglichst schnell die untere Luftzuführung schließen und nur noch mit der Sekundärluft (Luft von oben) regeln. Bei einem guten Kaminofen bleibt so auch die Scheibe sauber.

Ofen ''zieht'' nicht?

:: Was tun, wenn der Kaminofen nicht richtig 'zieht'?

Wenn der Ofen keinen vernünftigen Durchzug hat, liegt die Ursache meistens in einem verschmutzten Verbindungsstück oder am Schornstein. Prüfen Sie, ob eine evtl. vorhandene Drosselklappe im Verbindungsstück in der richtigen Position (offen) steht. Beim Anheizen drückt ihn oft Rauch zurück, weil der Schornstein noch keine Wärme bekommen hat.
Ein Schornstein 'zieht' nur, wenn er innen wärmer ist als außen. Insbesondere Schornsteine, die an der Außenwand hochgeführt worden sind, brauchen erst einen kleinen 'Anschwung'. Hier hilft im Notfall 'Omas Hausmittelchen': Etwas Papier in die untere Reinigungsöffnung legen und anzünden. Danach kann man den eben erzeugten Auftrieb für den Anheizvorgang nutzen.
Es kann auch vorkommen, dass der Querschnitt des Schornsteines nicht ausreichend bzw. die Ofentür zu groß ist.

Richtig Heizen?

:: Worauf man beim Beheizen des Ofens mit Holz achten sollte
  • Primär- und Sekundärluft maximal öffnen! (Achten Sie auch darauf, dass die ggf. in Ihrem Verbindungsstück eingebaute Drosselklappe ganz geöffnet ist).
  • Zwei bis drei Anzündwürfel auf den Rost legen, darauf Reisig oder kleine Holzstücke.
  • Die Würfel entzünden und die Feuertür zunächst nur anlehnen (nicht ganz schließen), damit die Rauchgase nicht gleich an der Sichtscheibe kondensieren können. So wird das schnelle Beschlagen von Sichtscheiben vermieden.
  • Öffnen Sie beim Nachlegen von Brennstoff die relativ große Tür vorsichtig, damit keine Rauchgase durch die Sog-Wirkung in den Wohnraum ziehen können.
  • Legen Sie nur soviel Brennstoff auf, wie in der Bedienungsanleitung angegeben wird.
  • Hat Ihr Ofen Betriebstemperatur erreicht, schließen Sie die Primärluft stufenweise nur so weit, dass Sie noch „lebhafte Flammen“ beobachten können.
  • Es wird empfohlen, die Sekundärluft ganz geöffnet zu lassen, damit möglichst viel „Scheibenspülluft“ ein Beschlagen der Sichtscheibe verhindert.
  • Regeln Sie möglichst Ihren Wärmebedarf mit der Aufgabemenge des Brennstoffs.
  • Zu unnötiger Umweltbelastung sowie zu starker Verschmutzung des Feuerraums, der Sichtscheibe und der Rauchgaszüge führt ein zu starker Drosselbetrieb, der daher vermieden werden sollte.

Rußfilter?

:: Muss man sich einen Feinstaubfilter zulegen, oder nicht?

Aufgrund der neuen Kleinfeuerungsanlagen-Verordnung (BImSchVo) kann eine Nachrüstung für Kaminöfen oder ein Gerätetausch anstehen.
Dies betrifft jedoch nicht alle Öfen, da diese vorher auf ihre Feinstaubemissionen überprüft werden und aus den ermittelten Werten hervorgeht, wie weiter verfahren wird. Diese Kontrolle wird auch mit Pelletöfen durchgeführt, Grundöfen, Kochherde sowie Backöfen unterliegen gar keiner Prüfung!
Die Prüfung der einzelnen Geräte lässt sich in 4 Stufen unterteilen:
  • Stufe 1: Für alle Geräte ab 1974 oder früher, tritt im Jahr 2014 in Kraft.
  • Stufe 2: Für alle Geräte von 1975-1984, tritt im Jahr 2017 in Kraft.
  • Stufe 3: Für alle Geräte von 1985-1994, tritt im Jahr 2020 in Kraft.
  • Stufe 4: Für alle neu erworbenen Geräte, tritt im Jahr 2024 in Kraft.
Bis zu den oben genannten Terminen haben Kaminofen-Besitzer Zeit, zusammen mit ihrem Schornsteinfeger den Schadstoffausstoß des Ofens zu messen.
Liegt dieser Wert unterhalb von 20 Milligramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft, benötigen Sie keinen Rußfilter. Liegt er jedoch überhalb von 20 Milligramm, muss ein Rußfilter eingebaut werden. Generell kann man sagen, dass alle neuen Kaminöfen eine geringe Emission haben und somit keinen Filter benötigen.

Förderung?

:: Informationen über die staatliche Pelletofen Förderung bis zum 31.12.09

Die 'Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt' (BAFA) vom 20.02.2009 besagen, dass der Käufer eines Pelletofess einen Zuschuss erhalten soll.
Notwendig hierzu ist lediglich das Stellen eines Antrag beim BAFA. Den Antrag erhalten Sie hier:
BAFA Pelletofen Förderung
Seit dem 01.07.09 erhalten Käufer von luftgeführten Pelletöfen ab 5 kW (Warmluftgeräte) pauschal 500 € Förderung. Hierbei ist zu beachten, dass der erhaltene Zuschuss jedoch höchstens 20% von den Nettoinvestitionskosten betragen darf.
Ein Pelletofen mit Wassertasche ab 5 kW wird mit 36 € pro kW, jedoch mindestens mit 1000 € gefördert.
Des Weiteren werden von den bereits genannten Förderbeiträgen 25% abgezogen, sollte der Pelletofen in einem Neubau aufgestellt werden.

Diese Förderung gilt vorerst nur bis zum 31.12.2009 und wird im kommenden Jahr möglicherweise angepasst.

Rauch beim Nachlegen?

:: Was kann man gegen eine starke Rauchentwicklung beim Nachlegen von Holz tun? Dieses Problem tritt oft bei Kaminöfen mit großen Türöffnungen auf. Wenn man während des Betriebes die Tür öffnet, muss der Schornstein plötzlich die achtfache Luftmenge fördern, um im gesamten Türöffnungsbereich einen Unterdruck zu erzeugen. Der Schornstein ist hierzu nur in der Lage, wenn er einen ausreichenden Querschnitt und genügend wirksame Länge hat.
Bitte lassen Siedeshalb vor dem Kauf eines Ofens vom Schornsteinfeger prüfen, ob der Schornstein für einen Kamin mit Panoramascheibe (freier Querschnitt bei geöffneter Tür über 1200cm²) geeignet ist. Falls dies nicht der Fall ist, kann man auf Öfen mit geteilter oder kleinerer Tür ausweichen. Haben Sie bereits den 'falschen' Ofen im Wohnzimmer stehen, helfen manchmal auch folgende Tipps:
  • Prüfen Sie, ob eine evtl. vorhandene Drosselklappe im Verbindungsstück in der richtigen Position (offen) steht.
  • Öffnen Sie die Tür erst einen Spalt weit und warten Sie ein paar Sekunden, bevor siedann die Tür ganz langsam und so weit wie nötig öffnen um das Holz nachlegen zu können.
  • Legen Sie das Holz ganz nach hinten quer in den Brennraum und benutzen Sie dazu eine Zange.
  • Grundsätzlich wirkt sich ein senkrechter Rauchgasabgang nach oben positiver auf die Funktioneines Ofens aus, als ein Abgang nach hinten.
  • Prüfen Sie, ob das Verbindungsstück zwischen Ofen und Schornstein sauber ist.

Verschmutzte Scheiben?

:: Wie kann man einen Ofen optimal feuern, ohne verschmutzte Scheiben zu haben?

Ein häufiges Problem bei Kaminöfen und Kaminen mit Glastüren ist, dass die Abgase an der kalten Scheibe kondensieren und die innere Oberfläche schwarz färben.
Erste Regel: Legen Sie das Brennholz ganz nach hinten gegen die Rückwand. Legen Sie die Holzscheite immer quer in den Ofen, niemals mit der Stirnseite zur Scheibe (an den Stirnseiten tritt das meiste Holzgas aus!). Verwenden Sie nur trockenes, unbehandeltes Holz (keinen Holzabfall).

Gut konstruierte Feuerstätten verhindern die Schwärzung der Scheiben durch geschickt vorgeheizte Verbrennungsluft, die von innen an der Scheibe entlanggeführt wird (Sekundärluft). Dieses System funktioniert aber nur, wenn gleichzeitig die Primärluft (Luftführung durch die Ascheschublade bis unter die Flamme) weitgedrosselt oder ganz geschlossen wird. Die Primärluft bleibt also nur während der Anheizphase geöffnet.

Manchmal nützen auch diese Tipps nichts, dann ist Ihr Ofen entweder undicht ('Falschluft' pfeift unkontrolliert durch Türen und Ascheschublade in den Brennraum) oder Ihr Ofen ist konstruktiv nicht mit einer funktionsfähigen'Scheibenspülung' ausgestattet:
Sekundärluftschieber im Bereich des Scheibenrahmens lassen nur kalte Luftschleier zur Scheibe gelangen und halten die Scheibe meist nur stellenweise durchsichtig. Es gibt auch Öfen, an denen die Sekundärluft nicht geregelt werden kann.
Hier hilft nur eine Drosselklappeim Abgasrohr, die bei zu starkem Schornsteinzug ein unkontrolliertes Abbrennen des Brennstoffes verhindert. Einige Ofen-Typen verzichten ganz auf eine Sekundärluftregelung. Diese Öfen sind für die Verbrennung von Holz kaum geeignet (eher für Brikett und Steinkohle) und werden in der Regel nicht mit einer Glastür ausgestattet.

Ofen sehr heiß?

:: Was tun, wenn das Holz 'zu schnell' verbrennt und der Ofen sehr heiß wird?

Die meisten Kaminöfen haben eine Wärmeleistung von ca. 6- 8 kW. Für ein durchschnittliches Wohnzimmer von 30m² viel zu viel (Wärmebedarf im Neubau bei -10°C = ca.2 kW). Die Folge ist eine Raumtemperatur von 30°C und mehr.
Sie sollten versuchen, weniger Holz aufzulegen und die Flamme klein zu halten.
Evtl. liegt das Problem auch an Ihrem Ofen: Wenn die Türdichtungen oder der Scheibenrahmen undicht sind, lässt sich der Ofen nicht mehr richtig drosseln. Wenn die Scheibe beim Antippen klappert, muss der Dichtrahmen nachgezogen werden. Die Türdichtung ist ein Verschleißteil und sollte regelmäßig auf Funktion geprüft werden. Der Türgriff sollte beim Verriegeln die Tür fest in die Dichtung drücken.
Die Ascheschublade muss am Anschlag vollständig abdichten.
Wenn alles nichts hilft, ist vielleicht die Tür verzogen oder der Kaminofen hat große Fertigungstoleranzen.
Dieses Problem tritt häufig bei sehr einfachen Kaminöfen mit geringer Qualität auf.

Raumheizvermögen?

:: Wie erreiche ich ein optimales Raumheizvermögen mit meinem Kaminofen?

Leistung nach DIN 18893 nach Ö-NORM M 7521
kW/h Dauerheizung m³ / Zeitheizung m³ maximal m³
4,0 88/53/35 56/35/22 90
4,5 105/63/41 71/43/28 100
4,7 113/67/45 72/44/29 100
5,0 124/73/48 75/46/30 110
5,5 144/84/56 88/53/34 120
5,8 160/90/60 101/57/38 130
6,0 170/98/67 108/62/42 140
6,5 186/107/73 118/68/46 160
7,0 205/120/82 124/73/48 180
7,5 225/132/90 114/84/56 200
8,0 250/145/98 165/95/65 230
10,0 340/220/130 225/132/90 300


Die Angabe des Raumheizvermögens soll dem Kunden eine Entscheidungshilfe für die Auswahl
der Leistungsgröße seines Kaminofens geben. Kaminöfen sollten für den jeweiligen
Aufstellraum keinesfalls zu groß ausgewählt werden. Zu große Geräte müssen ständig
gedrosselt werden und können dadurch nicht optimal ausbrennen. Folge ist, dass die
Sichtscheibe beschlägt und alle rauchgasführenden Teile durch kondensierende Rauchgase
verteeren können.

Das Raumheizvermögen eines Kaminofens wird entsprechend DIN18893 in 3 verschiedenen
Größen angegeben. Diese Angaben richten sich stark nach der Lage des Wohnraums, in dem der Kaminofen aufgestellt werden soll.

  • Günstigste Heizbedingungen ergeben Räume die nach Süden gerichtet sind und nur
    eine Außenwand haben.
  • Weniger günstige Heizbedingungen ergeben Räume mit nur einer Außenwand,
    aber unbeheizten Nebenräumen.
  • Ungünstige Heizbedingungen ergeben Räume mit 2 Außenwänden und Nordlage.


Die Faustformel lautet in etwa, dass Sie pro kW Nennwärmeleistung mindestens 15 - 20 m³
Wohnraum beheizen können.

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